Der Leitzins und wie er funktioniert


Kernaufgabe einer Zentralbank ist die optimale Versorgung eines bestimmten Gebietes mit Geld; ihr wichtigstes Werkzeug hierbei ist der Leitzins. Seine Höhe legt fest, zu welchem „Preis“ die Zentralbank an eine Geschäftsbank Geld verleiht.

Je nach Art der Sicherheiten (meist bestimmte Arten von Wertpapieren), welche die Geschäftbank hinterlegt, unterscheidet man verschiedene Arten von Leitzinsen.
Die Geschäftsbanken orientieren sich nun wiederum am Leitzins, wenn sie ihren Kunden Zinsen als Preis für einen Kredit berechnen.

Wie kann die Zentralbank nun die Geldmenge mit dem Leitzins steuern? Etwas vereinfacht funktioniert dies wie folgt:

1) Ein Unternehmen will z.B. in Maschinen investieren und hat Finanzierungsbedarf. Es wendet sich an seine Bank zur Gewährung eines Kredites. Die Bank ist von der Solidität der Investition überzeugt.

2) Die Bank muss sich refinanzieren (Geld zum Verleih selbst ausleihen), um den Kredit an das Unternehmen gewähren zu können; das macht sie, indem sie einen Kredit bei der Zentralbank aufnimmt.
Je nach Höhe des Leitzinses (auf den die Geschäftsbank einen Aufschlag berechnet), wird auch der Zinssatz für das Unternehmen mehr oder weniger attraktiv sein.

3) Findet das Unternehmen den Zinssatz attraktiv, wird es den Kredit aufnehmen und damit die neuen Maschinen kaufen. Folge: Die Zentralbank hat die im Umlauf befindliche Geldmenge vermehrt!

Also: Eine Senkung des Leitzinses trägt prinzipiell zur Vermehrung der Geldmenge bei, da die Vergabe von Krediten erleichtert wird und damit mehr Geld „ausgeschüttet“ wird - und umgekehrt.

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