Trotz der guten Quartalszahlen bricht die Aktie des bayerischen Autobauers nach Bekanntgabe der Zahlen ein. Was bei Laien Verwunderung und Irritationen hervorrufen mag, ist bei Experten eher logisch.
Denn dadurch, dass es an der Börse bereits erste Vermutungen gab, dass BMW ein gutes Ergebnis präsentieren wird, haben einige Anleger versucht, Kasse zu machen, indem sie ihre Anteile veräußerten und so der Aktie einen guten Lauf bescherten. Tatsächlich lag die Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst im Plus, doch fiel sie kurze Zeit später um 5 % auf 31,17 €.
Dabei hätte der Verlust noch stärker ausfallen können, wenn BMW nicht nach zwei verlustreichen Quartalen einen Gewinn von 121 Millionen Euro erzielt hätte. Analysten rechneten eher mit einem Verlust von 25 Millionen Euro. Dabei zahlte sich das lang vor der Krise aufgesetzte Kostensenkungsprogramm aus, was einen Abbau von 10.000 Stellen vorsah. Zudem hätten sich Effizienzsteigerungen ebenso ausgewirkt wie die Reduzierung der Lagerbestände.
Auf eine etwas andere Argumentation setzt Tim Schuldt von Equinet. Auch er hält Gewinnmitnahmen einzelner Anleger für möglich, doch geben die berichteten Zahlen lediglich die Nettoliquidität im Autosegment wider, was eine Beurteilung der Gesamtsituation von daher nicht zulässt. Die Analysten der Commerzbank gehen sogar so weit, dass mit Blick auf die Absatzzahlen in Amerika das Abschneiden von BMW als neutral zu bewerten ist und in Bezug auf den Modell-Zyklus in den kommenden Monaten keine Trendwende zu erwarten sei.