HSH Nordbank in der Kritik


Die angeschlagene Landesbank HSH Nordbank hat in diesen Tagen gegen viel Kritik zu kämpfen. Es wurde ein neues Geschäftsmodell entwickelt, um die Unterstützung des Bankenrettungsfonds Soffin zu erhalten, doch gerade von dort kommt die schärfste Kritik. Das entwickelte Geschäftsmodell zur Rettung und Stärkung der Landesbank habe keine Nachhaltigkeit, sei zu optimistisch ausgelegt und dementsprechend nicht zukunftsfähig. Wenig überzeugend also, wie das Finanzgremium des Finanzmarktstabilisierungsfonds findet. Deshalb prognostizieren sie der hamburgisch-schleswig-holsteinischen Landesbank keine Gewinne für 2011. Die HSH Bank wehrt sich gegen die Vorwürfe und verteidigt vehement das Vorhaben, sich auf Schiffsfinanzierungen zu spezialisieren. Der Bank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher und Aufsichtsratchef Hilmar Kopper haben nach eigenen Angaben ein tragbares Restrukturierungskonzept erarbeitet, das funktionieren soll. Zusätzlich ließen sie es von externen Sachverständigen prüfen, damit ein Erhalt der gesamten Bank möglich sei. Sie pochen auf eine Stand-Alone-Lösung, die die Bank in eine Kern- und Abbaubank aufspaltet.

Doch auch die Öffentlichkeit scheut keine Kritik. Denn als im Juli bekannt wurde, dass Nonnenmacher eine Prämie von 2,9 Millionen Euro von der Bank bekommen hatte, die als Halteprämie deklariert worden war, musste sich die Bevölkerung in Zeiten der Wirtschaftskrise doch sehr wundern. Vor alles, weil es durchaus bekannt war, dass die HSH durch Abschreibungen in Millardenhöhe staatliche Hilfe in Anspruch nehmen musste.

Auch der Skandal um die Omega-Geschäfte vor zwei Jahren schwingt immer noch mit, wenn der Name Nonnenmacher fällt. So war er 2007 maßgeblich an zwei riskanten Spekulationen in den Londoner Niederlassungen beteiligt, genehmigte sie nach neusten Erkenntnissen sogar persönlich. Diese führten zu Abschreibungen von 500 Millionen Euro. Um dem Ganzen die Krone auszusetzen, habe der HSH-Chef Nonnenmacher dies vor der Finanzaufsicht der Bank verheimlichen wollen und gerät nun zunehmend unter Druck. Die Politik fordert seinen Rücktritt, die in Schleswig-Holstein regierende FDP fordert sogar den kompletten Führungsstab der HSH aufzulösen und neu zu besetzen.
Für den 26. Oktober ist nun eine Sondersitzung angesetzt des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses angesetzt. Wenige Tage zuvor wird am 20. Oktober der HSH-Aufsichtsrat über Personalfragen beraten, die Positionen Nonnenmachers als Vorsitzender des Finanzvorstands und Risikochef werden wohl neu verhandelt werden. Ob mit oder ohne ihn, wird sich dann zeigen. Ein Kopf ist schon gerollt – und zwar der des Mitarbeiters, der vor zwei Jahren in der Londoner Filiale arbeitete. Die HSH betreibt als Schadensbekämpfung und es bleibt abzuwarten, ob unter einem neuen Vorstand die Landesbank gerettet werden kann. Die angekündigten Stellungnahmen des Aufsichtsrat-Chefs Hilmar Kopper nächsten Mittwoch zu den Vorfällen werden auf jeden Fall mit Spannung erwartet.

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