HSH Nordbank verliert Vorstände


Das Omega-Geschäft war wohl der Auslöser einer nicht enden wollenden Unglücksserie der HSH Nordbank in Kiel. So sorgt nach zwei Jahren ein interner Bericht dafür, dass der Vorstand der Landesbank unter zunehmenden Druck gerät und schließlich zwei seiner Mitglieder entlässt – zugunsten des Vorstandschefs Nonnenmacher.
Ende des Jahres 2007 hätte wohl niemand bei der HSH Nordbank gedacht, dass die Omega-Geschäfte solche Konsequenzen hinter sich herziehen würde. Und noch immer wartet die Öffentlichkeit auf die vollständige Aufdeckung des Fehlers, der 2008 in einer Abschreibung von 500 Millionen Euro endete. Damals wurden Wertpapiertransaktionen durchgeführt, die hochriskant waren. Zu riskant für die Landesbank, denn der Schaden war erheblich und die Bilanz im Keller. Um diesen Missstand zu verdecken, leistete die Bank sich einen neuen Skandal: um die Bilanz zu beschönigen und Risiken zu minimieren, wurden über fünf Milliarden Euro in Kreislaufgeschäfte gesteckt.

Durch Schiffsfinanzierungen und Immobilienkredite sollte vertuscht werden, in welcher Klemme die Bank wirklich saß. Doch schon wenige Monate später flog die Fälschung auf, als die schlechten Zahlen wieder in den Büchern auftauchten. Bilanzexperten sprechen mittlerweile von einer falschen Bilanz für 2007 und somit einer Bilanzfälschung. Experten vermuten, dass die Bilanz für 2008 ebenso katastrophal ausfallen werde, fest steht dennoch, dass die Bank im letzten Jahr einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro hinnehmen musste.
Jetzt werden die Konsequenzen gezogen und die beiden Vorstandsmitglieder, die als Verursacher der Omega-Krise gelten, Peter Riek und Jochen Friedrich gefeuert. Es wird zudem noch geprüft, ob sie einen Schadenersatz zu leisten haben. Das Unglück ist also groß in der hamburgisch-schleswig-holsteinischen Landesbank.
Doch einer hat Grund sich zu freuen, denn an dem Vorstandschef und mutmaßlich Hauptverantwortlichen Dirk Jens Nonnenmacher ist der schwarze Peter bislang vorbeigegangen. Im Gegenteil, konnte er doch den Medien zwei Verantwortliche präsentieren und selbst erneut den Kopf aus der Schlinge ziehen, denn gegen ihn erhebt der Aufsichtsrat kein Vorwürfe. Noch wartet die Öffentlichkeit auf eine Stellungnahme und fordert transparente Geschäfte der Landesbank. Spätestens wenn Nonnenmacher und Co. Ihre Geschäfte öffentlich machen müssen, wird sich der Vorstandschef seiner Verantwortung nicht mehr entziehen können.

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