Geldverkehr: Quelle-Bausparkasse kurzfristig übernommen


Die Arcandor-Insolvenz hat den Quelle-Konzern in den Strudel des finanziellen Untergangs gezogen. Die Auswirkungen auf die Quelle Bausparkasse sind entsprechend gravierend. Doch Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass die Quelle Bausparkasse bereits im September von den anderen 14 privaten Bausparkassen übernommen worden sind. Somit ändert sich für die Kunden der Quelle Bausparkasse zunächst nichts durch die neuen Eigentumsverhältnisse. Die laufenden Verträge behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit und werden unverändert zu den bisherigen Konditionen weitergeführt.

Die Quelle Bausparkasse ist zwar nicht direkt mit dem inzwischen untergegangenen Versandhaus Quelle verbunden, doch nicht zuletzt durch die 41-prozentige Beteiligung der Quelle-Chefin Madeleine Schickedanz wurde es in den Monaten vor der Übernahme immer schwieriger für die Bausparkasse, weitere Kreditzusagen zu bekommen. Durch die namentliche Verbindung mit Quelle und der erheblichen Beteiligung der Frau Schickedanz ließen viele Banken die Quelle Bausparkasse fallen wie eine heiße Kartoffel.

Die wenigen Kredite, die es für die Quelle Bausparkasse noch gab, kamen nur unter extrem hohen Kosten zustande. Durch die Verunsicherung vieler Verbraucher kamen natürlich auch so gut wie keine Neukundenverträge mehr zum Abschluss, was die Bausparkasse immer weiter an den Rand des finanziellen Untergangs führte. Und das, obwohl die Quelle Bausparkasse zuvor noch nie mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte. Dies war der Punkt, an dem sich die 14 anderen Bausparkassen entschieden, die vergleichsweise kleine Konkurrenz aus Nürnberg zu übernehmen.
Dieser Schritt wurde nicht nur im Interesse der über 90.000 Kunden der Quelle Bausparkasse unternommen, sondern dient auch der langfristigen Sicherheit aller Bausparkassen. Denn das Vertrauen der Bausparer insgesamt nicht zu enttäuschen, liegt im Interesse aller privaten Bausparkassen in Deutschland. Schließlich wäre es verheerend, wenn nach dem Zusammenbruch einer einzelnen Bausparkasse die Kunden anderer Institute diesen ebenfalls das Vertrauen entziehen.

Die insgesamt über 31 Millionen deutschen Bausparverträge erscheinen als ein ausreichender Grund, diese stützende Maßnahme zu rechtfertigen. Immerhin ist in Deutschland noch nie eine Bausparkasse in die Pleite gegangen, und nach Überzeugung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist die Wahrscheinlichkeit für eine solche Pleite extrem gering. Ein Grund dafür ist auch, dass es Bausparkassen gesetzlich untersagt ist, mit den Einlagen ihrer Kunden am Kapitalmarkt in riskanten Investments zu spekulieren.

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