Die verheerende Flutkatastrophe in Thailand kostete 600 Menschenleben und verursachte 8-11 Milliarden versicherten Gesamtschaden (Quelle Swiss Re). Die Zeit der nüchternen Zahlen nach der Flut ist nun angebrochen. Die Flut trifft nun mit aller Härte die europäischen Rückversicherer.
Was ist passiert?
Im Oktober und November 2011 erreichte die Thailandflut ihren Höchststand. Dabei wurden viele Hunderttausend Häuser und auch gigantische landwirtschaftliche Flächen überschwemmt. Der größte wirtschaftliche Schaden für die Versicherer entstand jedoch durch die Überschwemmung großer Industriegebiete. Besonders rund um die Hauptstadt Bangkok haben sich viele Unternehmen der Elektronikbranche niedergelassen. Diese Unternehmen waren versichert und melden jetzt ihre Schäden an.
In den Führungsetagen herrscht Katerstimmung
Es ist nicht die einzige Katastrophe in diesem Jahr, bei der die Rückversicherungen zur Kasse gebeten werden. Bereits im März belastete der Tsunami in Japan die Branche schwer. Weitere große Belastungen brachten die Überschwemmungen in Brisbane/Australien und der Ostküsten-Sturm Irene in diesem Jahr für die Versicherer. Allein die Munich Re verdiente nach Schätzungen etwa 1,8 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den geplanten Gewinnzielen für 2011 musste die Munich Re Abstand nehmen. Trotzdem geht der Konzern weiter davon aus, das Geschäftsjahr mit Gewinn abzuschließen. Die Dividende soll auf dem Vorjahresniveau bleiben.
Die nüchternen Zahlen der Katastrophe
Die drei größten Rückversicherer gaben erste Zahlen bekannt. Dabei rechnet die Münchener Rück/Munich Re für sich mit etwa 500 Millionen Euro Schadenssumme. Die Schweizer Erzrivale Swiss Re geht von 600 Millionen Dollar Schaden aus. Die deutlich kleinere Hannover Rück gab bekannt, dass sie mit einer Belastung von 100 Millionen Euro rechnet. Letztlich wird die Flut auch Auswirkungen auf Preise und Konditionen bei den Versicherern haben. Eine Überprüfung der Angebote wollen zumindest viele Rückversicherer durchführen.